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Veranstaltungsarchiv 2013

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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr

Reformation und Toleranz
Dr. Klahr predigte über Toleranz bei Martin Luther


öso. Emden. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr hielt am Sonntag, den 22. September 2013, in der Martin-Luther-Kirche in Emden eine Predigt über das Thema: "Toleranz bei Martin Luther - Hier stehe ich, ich kann nicht anders".

Der Landesbischof und die Landessuperintendenten der Landeskirche Hannovers haben anlässlich des aktuellen EKD-Themenjahres "Reformation und Toleranz" eine Predigtreihe entworfen. In sieben Gottesdiensten zwischen Sonntag, dem 1. September und dem Buß- und Bettag am 20. November 2013, predigen die Mitglieder des Bischofsrates über unterschiedliche Facetten des Toleranzbegriffs. Die Predigtorte sind verteilt über die sechs Sprengel der Landeskirche.

Der Satz "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" war Grundlage der Predigt in Emden. Dieser Satz beschreibe Luthers Verhalten auf dem Reichstag zu Worms 1521, auf dem er dem Kaiser und dem Papst die Stirn geboten und nicht widerrufen hat. Wenn er nicht durch die Heilige Schrift und mit Vernunftgründen überzeugt würde, könnte er seine theologischen Aussagen nicht widerrufen. Daraufhin wurde die Reichsacht über Luther verhängt. Jeder hätte ihn töten können, wenn Kurfürst Friedrich der Weise ihn nicht auf die Wartburg entführt hätte.

Unsere Zeit heute würde eher der Satz "Hier stehe ich, ich kann auch anders" charakterisieren. In Luthers Zeit sei das Wort "Toleranz" nicht geläufig gewesen. Ein entscheidender Aspekt seines Toleranzverständnisses bestünde aber darin, dass theologische Aussagen an der Heiligen Schrift und der Vernunft zu überprüfen seien.

So gebe es kein festgeschriebenes Dogma in der evangelischen Kirche, sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland. Vom Reformator könne man lernen, dass eine recht verstandene Freiheit eine auf den Glauben bezogene Freiheit sei. Das ermögliche die Freiheit des Gewissens, sich in jeder Lebenssituation fragen zu können, was von Glauben her zu tun sei, von dem Glauben, der an der Heiligen Schrift orientiert ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt hinsichtlich des Themas "Toleranz" sei Luthers Gottesverständnis. Er habe Gott als einen geduldigen Gott gesehen. So spreche er gleich in der ersten seiner 95 Ablassthesen von der täglichen Umkehr und Hinwendung zu Gott. Gott gehe den Menschen in Jesus Christus nach.

"Ich kann nicht anders, als mich von Gott angenommen zu sehen in seiner großen Geduld immer wieder neu von ihm empfangen geheißen zu werden", so Dr. Klahr. Daraus leitet sich für Dr. Klahr ab, was tolerant sein bedeute: Ohne Hass und Gewalt an seinem Glauben festhalten und das den anderen auch zuzugestehen.

Antworten seien aus der Bibel heraus zu geben. Dazu seien gemeinsame Gespräche nötig. Der Landessuperintendent bedauerte, dass diese damals in Worms und in späteren Konfessionskriegen abgerissen seien. Wo unterschiedliche Menschen zusammenkommen, entstünden eben unterschiedliche Auffassungen. Ein Maßstab bleibe hier weiterhin die Heilige Schrift und die Vernunft.

(September 2013)

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