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Veranstaltungsarchiv 2011

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Dr. Klahr feiert 175 Jahre Gossner Mission in Norden
Gossner-Freunde trafen sich in der Ludgeri-Kirche in Norden: Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover), Direktor Dr. Ulrich Schöntube (Berlin), Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Aurich), Pastor Michael Schaper (Emden) und Superintendent Dr. Helmut Kirschstein (Norden). (Foto: Hannegreth Grundmann)

"Ohne die Ostfriesen wäre vieles nicht möglich gewesen"
175 Jahre: Gossner Mission stellte Jubiläumsbuch in Ludgeri Norden vor


Ihren 175. Gründungstag beging die Berliner Gossner Mission am Sonntag mit Gottesdienst und Buchvorstellung in der Ludgeri-Kirche Norden. Warum gerade hier? Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr fand eine treffende und zugleich charmante Erklärung: "Die Gossner Mission hat in den 175 Jahren ihres Bestehens Großes geleistet - aber ohne die Ostfriesen wäre das nicht möglich gewesen."

In der Tat ist die Verbindung zwischen der Gossner Mission und Ostfriesland so alt wie das Werk selbst. Denn es war ein Ostfriese, ein Sattlermeister aus Leer, der 1836 sechs Handwerker zum Berliner Pfarrer Johannes Evangelista Goßner schickte. Und diese sechs wiederum, die als Handwerker bei keiner anderen Missionsgesellschaft Aufnahme gefunden hatten, gehörten auch zu den ersten, die vom alten Goßner in die Mission entsandt wurden. Die Gossner Mission war geboren.

So war es nicht weiter verwunderlich, dass Gossner Mission und der Norder Superintendent Dr. Helmut Kirschstein gemeinsam beschlossen hatten, den Gründungstag des Werkes, den 12. Dezember, in Ostfriesland zu begehen und hier in Norden - als letzten Höhepunkt des Jubiläumsjahres - das Jubiläumsbuch vorzustellen.
"Herzenssache Mission. 175 Jahre Missionsgeschichte - Die Gossner Mission in Porträts", so der Titel des Buches. Es beschreibt 35 Lebensbilder aus 175 Gossner-Jahren. Zahlreiche Gossner-Freunde aus dem In- und Ausland zeichnen ein lebendiges Bild der Arbeit des kleinen Missionswerkes. Herausgeber des Bandes sind Direktor Dr. Ulrich Schöntube sowie die frühere Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein, die ebenso wie Landessuperintendent Dr. Klahr und Superintendent Dr. Kirschstein im Kuratorium, dem ehrenamtlichen Leitungsgremium, der Gossner Mission vertreten ist.

Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer, Referent für Mission und Ökumene im Landeskirchenamt in Hannover und ebenfalls Gossner-Kurator, moderierte die Buchvorstellung. „Der Titel ist in der heutigen Zeit sicherlich auch ein bisschen Provokation“, sagte Dr. Klahr im Gespräch über das Jubiläumsbuch. "Aber für die Menschen, deren Lebensbild hier gezeichnet wird, ist Mission tatsächlich Herzenssache. Für andere ist sie das nicht, aber dieses Buch könnte dazu beitragen, auch diesen ein wenig Begeisterung zu schenken."
So sei dieses Buch letztlich auch typisch für die Gossner Mission, die sich seit 175 Jahren an der Seite der Armen und Schwachen engagiere und viele Menschen für ihre Arbeit begeistere - und dies stets "mit Herz und Hand."

Zu dem Buch befragt wurde auch Direktor Dr. Ulrich Schöntube, der die Gelegenheit nutzte, sich bei den Autorinnen und Autoren zu bedanken. Zu diesen gehört u.a Hillard Delbanco, von 1967 bis ´74 Pastor in der Ludgeri-Gemeinde Norden, der in seinem Beitrag den früheren Großefehner Superintendenten und begeisterten Gossner-Freund Heinrich Frerichs porträtiert.
Aus Ostfriesland stammte auch der 2001 verstorbene Gossner-Direktor Martin Seeberg, der zuvor Pfarrer in Arle war. Seine Witwe Mechthild Seeberg war gern aus Darmstadt zur Buchvorstellung gekommen. Eigens angereist war auch Autorin Helga Ottow, deren Familie aus Norden stammt und die einige Passagen aus ihrem mitreißenden Beitrag über Missionarsgattin Auguste Letz vorlas.

Zuvor im Gottesdienst hatte ein weiterer "Gossner-Begeisterter", Superintendent Dr. Helmut Kirschstein, an die Geschichte der Gossner Mission erinnert und die "segensreiche Beziehung zwischen Berlin und Ostfriesland" in kurzen Zügen dargestellt. Nicht nur die anfänglichen Schwierigkeiten im Hauptarbeitsfeld Indien fanden Erwähnung, sondern auch die Bemühungen der Gossner Mission im eigenen Land, wie etwa die berühmte "Wohnwagenarbeit" im zerstörten Oderbruch nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Arbeit des großen Gossner-Mannes Horst Symanowski, der in Deutschland für eine Kirche an der Seite der Schwachen kämpfte.
Kirschstein führte aus, dass die Welt gerade heute "christliche Mission bitter nötig hat" und kam zu dem Schluss: "Gossner Mission ist Mission, wie sie sein sollte!"

Direktor Schöntube bedankte sich später im Namen der Gossner Mission bei ihm, dem Kirchenkreis Norden und dem Sprengel Ostfriesland dafür, den Jubiläumsabschluss in Norden begehen zu dürfen: "Das ist uns eine ganz besondere Ehre."

(Dezember 2011)

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