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Veranstaltungsarchiv 2015

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Dr. Reinhold Kolck, Kapitän Klaus Bergmann, Hermann Buß und Dr. Annette Kanzenbach
Dr. Reinhold Kolck (links) und Dr. Annette Kanzenbach (rechts), beide vom Ostfriesischen Landesmuseum Emden, und der Künstler Hermann Buß (2.v.r.) freuten sich über den Vortrag von Kapitän Klaus Bergmann, Dozent am Fachbereich Seefahrt an der Hochschule Emden/Leer, im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß" im Rummel des Rathauses am Delft. (Foto: Hannegreth Grundmann)

Seefahrt heute - Seefahrt im Wandel der Zeiten
Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Horizonte" in Emden


Im Rahmen der Ausstellung "Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß" fand nun die vierte Begleitveranstaltung statt.

Kapitän Klaus Bergmann aus Leer hielt im Ostfriesischen Landesmuseum Emden einen Vortrag und zeigte den rund 60 Besuchern Fotografien zum Thema "Seefahrt heute - Seefahrt im Wandel der Zeiten". Klaus Bergmann ist Dozent am Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden/Leer und ist in den vergangenen 28 Jahren parallel zu seiner Lehrtätigkeit als Kapitän zur See gefahren, insgesamt ist er seit 37 Jahren beruflich auf See tätig.

In seinem anschaulichen Vortrag führte er die Entwicklung der Seefahrt seit der Nachkriegszeit vor Augen. Mit der Aufhebung der Beschränkung für die Handelsschifffahrt war im April 1951 ein Neubeginn nach dem Krieg möglich.

Kapitän Bergmann erläuterte anhand der ausgewählten Fotografien, wie sich die Bauweise der unterschiedlichsten Transport- und Passagierschiffe in den vergangenen 74 Jahren veränderte und damit auch die Besatzung. Gab es Ende 1960 insgesamt 47.603 Seeleute aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, so sind es heute keine 7000 mehr. Und obwohl Deutschland mit 3559 Schiffen mittlerweile die drittgrößte Schiffsnation der Welt ist, fahren nur noch 566 Schiffe unter deutscher Flagge (Stand 2014).

Die Ausflaggung müsse im Zuge der Globalisierung gesehen werden, so Bergmann. Dabei gehe es darum, Personalkosten zu reduzieren. Die deutschen Seeleute seien auf dem Weltmarkt zu teuer. Nun sei seit der maritimen Konferenz in diesem Oktober in Bremerhaven beschlossen worden, unter deutscher Flagge fahrende Besatzung von den Lohnnebenkosten zu befreien.

Natürlich kam auch die Geburtsstunde der Containerschifffahrt zur Sprache, sind doch viele Motive in den Bildern des Künstlers Hermann Buß daraus entnommen. Die Erfindung von Malcom McLean in den 1950er Jahren, Stückgut in Containern zu transportieren, hat unser Leben nachhaltig bis heute beeinflusst. Während in den USA 1956 der erste Containertransport auf einem Schiff stattfand, legte erst zehn Jahre später das erste Containerschiff in Bremerhaven an. Heute transportiert das größte Containerschiff der Welt mit 400 Meter Länge und 65 Meter Breite ca. 20.000 Container.

Auch die Stadt Emden kam in ihrer Bedeutung als Seehafenstadt zur Sprache. In Emden hat die Massengutfahrt, beispielsweise zum Transport von Erz, 1952 ihre Wurzeln und hierher stammte das Anfang der 1970er Jahre schnellste jemals gebaute zivile Handelsschiff der Welt.

Nach großen Schiffsunfällen, bei denen viele Passagiere ums Leben kamen oder die Umwelt verschmutzt wurde, gebe es nun vier Rechtssäulen, unter denen heute sichere und umweltbewusste Seefahrt stattfinde. Auch seien die Ausbildungsinhalte und seit zwei Jahren die Unterbringung der Seeleute festgeschrieben.

Als aktuelle Herausforderungen für die Schiffsbesatzungen nannte Bergmann die Piraterie und die Flüchtlinge im Mittelmeer.

Habe sich anhand der Bauweise der Schiffe der Blick über das Deck in den vergangenen Jahrzehnten doch sehr verändert, so sei der Blick auf den Horizont doch immer noch der gleiche, beendete Kapitän Bergmann seinen Vortrag.

Hier sei die Verbindung zur Ausstellung "Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß", die noch bis zum 15. November 2015 im Ostfriesischen Landesmuseum Emden und in der Kulturkirche Martin-Luther zu sehen ist, so Dr. Reinhold Kolck. Der Vorsitzende der Gesellschaft "1820 die KUNST", die neben der Stadt Emden einer der beiden Träger des Ostfriesischen Landesmuseums Emden ist, sagte, es gehöre zum Landesmuseum, eine Ausstellung nicht für sich zu nehmen, sondern sie mit anderen Veranstaltungen unterschiedlichster Art zu ergänzen.

Die Ausstellung und ihre Begleitveranstaltungen sind anlässlich des EKD-Themenjahres "Reformation - Bild und Bibel" in Kooperation des Ostfriesischen Landesmuseums Emden, des Evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems und der Kulturkirche Martin-Luther Emden organisiert.

(Oktober 2015)

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