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Veranstaltungsarchiv 2015

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Lutherbild mit zwei Bibeln
Luthers 1534 bei Hans Lufft in Wittenberg erschienene erste vollständige Bibelübersetzung (links) war ein Geschenk Luthers an Felicitas von Selmenitz, die Taufpatin seiner Kinder. Rechts ein Band aus der Wittenberger Gesamtausgabe (1539-1559) Martin Luthers, deren Herausgabe noch zu seinen Lebzeiten begann.

Ausstellung bringt Martin Luther den Besuchern näher
Nie vorher in Emden gezeigte persönliche Zeugnisse des Reformators sowie besondere Objekte zur Geschichte des Luthertums in Ostfriesland sind in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek Emden zu sehen


kkl Emden/Leer. Außergewöhnliche und seltene Exponate zur frühen Reformationsgeschichte sind zu bestaunen, darunter auch Objekte, die zum Schmunzeln anregen, wie der zerquetschte Floh im Collegienheft Martin Luthers von 1525. Sie bilden einen Teil der Ausstellung mit dem Titel "…hab der welt zu yhrem besten gedienet…".

Zu sehen ist sie in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek Emden, die diese in Zusammenarbeit mit dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emden-Leer ausrichtet. Bis zum 3. Dezember werden nie vorher in Emden gezeigte persönliche Zeugnisse Martin Luthers sowie besondere Objekte zur Geschichte des Luthertums in Ostfriesland präsentiert.

Bibliotheksvorstand Dr. Marius Lange van Ravenswaay freute sich bei der Eröffnung über das besondere Kooperationsprojekt der reformierten Kirche mit dem lutherischen Kirchenkreis. Die Ausstellung werde im Rahmen der Reformationsdekade gezeigt und sei bewusst in die zeitliche Nähe zum wissenschaftlichen Kongress "Luther and Calvinism" gelegt worden, der vom 22. bis 25. September in der A-Lasco-Bibliothek stattfinde.

Begeisterung klang auch aus den Worten von Burghard Klemenz, Superintendent des Kirchenkreises. Er lobte vor allem Klaas-Dieter Voß, der wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bibliothek ist. Durch den kundigen Historiker habe die Ausstellung eine besondere Dimension erhalten. Der Einfluss der protestantischen Entwicklung auf Kultur, Bildung und Entwicklung verschiedener Bereiche sei enorm. Hier erhalte man einen Eindruck davon. Zu sehen seien nicht nur Einzelstücke, es fügten sich Geschichten zusammen.

Pastor Wolfgang Ritter (Borssum) sprach für die lutherischen Gemeinden Emdens ein Grußwort. Sie hätten für diese Ausstellung "zusammengelegt". Zu seinen Lieblingsstücken gehöre ein Schuh des Reformators Philipp Melanchthon. Der Wunsch vieler Menschen, Authentisches von Martin Luther zu sehen, sei ungebrochen, sagte Klaas-Dieter Voß, der eine Einführung in die Ausstellung gab. Sie vermittle mehr als nüchterne Daten und Fakten.

"Die Ausstellung will Ihnen die Biographie Luthers anhand von Zeitdokumenten veranschaulichen und versucht dabei zugleich einen Ausblick auf die sich in der Folgezeit ergebenden Frömmigkeitsformen und Fernwirkungen Luthers am Beispiel Ostfrieslands", sagte er. Dabei folge sie einem stark biographischen Ansatz, der die behandelten Einzelpersonen immer wieder in ihre zeitgeschichtlichen Lebensumstände einzubinden versuche.

Ausgestellt seien zum Beispiel auch die Streitschriften von Martin Luther und Erasmus von Rotterdam, der Luthers Rechtfertigungslehre in Frage stellte. Deftige Kommentare und ein Tintenfleck in Luthers Arbeits- und Studienbibel, der auf abruptes Zuschlagen deute, verrieten viel über die Persönlichkeit des Reformators, der zu heftigen Reaktionen fähig gewesen sei.

Zu den Regentinnen, die zu konfessioneller Vielfalt beigetragen hätten, so Voß, habe Katharina Wasa gehört. Sie war Prinzessin von Schweden und als Ehefrau von Edzard II. Gräfin von Ostfriesland. Aus ihrem Nachlass sei eine Bibel mit persönlichen Anmerkungen zu sehen, die die intensive Beschäftigung damit deutlich

Der Kurator hatte noch viele Beispiele, mit denen er auf Sehenswertes aufmerksam machte. Die Besucher zollten Klaas-Dieter Voß langen Beifall. Applaus gab es auch für die musikalische Begleitung durch den Posaunenchor der evangelisch-reformierten Gemeinde Wybelsum unter der Leitung von Roland Rothe.

Übrigens: Die Aufbewahrung des anfangs genannten Luther-Flohs, den ein Abschreiber fand und auf ein Blatt Papier fixierte, wurde in den Erläuterungen als "Zeichen für die große Lutherverehrung" gewertet.

Die Ausstellung in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek kann dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr angeschaut werden.

(September 2015)

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