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Veranstaltungsarchiv 2015

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Eröffnung der Ausstellung: Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Oberbürgermeister Bernd Bornemann (3.u.4.v.r.) eröffneten in Anwesenheit des Künstlers Hermann Buß (3.v.l.) gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Wolfgang Jahn (1.v.l.) und Dr. Annette Kanzenbach vom Ostfriesischen Landesmuseum Emden (4.v.l.), Pastor Christoph Jebens und der Kirchenvorstandsvorsitzenden Hille Hunger von der Kulturkirche Martin-Luther Emden (1.u.2.v.r.) die Ausstellung „Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß“ in der Kirche an der Bollwerkstraße in Emden. Mit dabei waren Evelyne Buß (2.v.l.) und Ilse Bornemann (5.v.l.). (Foto: Hannegreth Grundmann)

Bilder fördern den Dialog
Ausstellung „Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß“ eröffnet


öso. Emden. Mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit wurde die Ausstellung „Horizonte. Bilderwelten von Hermann Buß“ in Emden eröffnet. Rund 400 Besucher kamen in die Kulturkirche Martin-Luther und ins Ostfriesische Landesmuseum Emden, um die 86 Bilder des ostfriesischen Künstlers zu sehen.

„Bilder in die Kirche! Und schon ergibt sich ein neuer Blick in den Kirchenraum“, begann Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr seine Predigt im Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung. Schon der Reformator Martin Luther habe sich dafür eingesetzt, dass Bilder in der Kirche bleiben. Bilder in der Kirche seien eine Chance, sich durch sie in einen Dialog bringen zu lassen über Ansichten und Empfindungen des eigenen Glaubens.

Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? (Psalm 8) Lebenswelt und Arbeitswelt als Gegenstand der Kunst“. „Die Bilder von Hermann Buß nehmen auf ihre Weise diese Frage nach dem Menschen auf, und zwar so, dass der Mensch in seiner alltäglichen Wirklichkeit – hier in der Welt zur Nähe des Meeres – und bei seiner Arbeit dargestellt wird“, sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems.

Die Bilder von Menschen bei ihrer Arbeit vermitteln auch, dass Arbeit eminent wichtig sei für den Menschen. Sie könnten auch den Blick für gerechte Arbeitsbedingungen schärfen. Klahr wies aber darauf hin, dass die Würde des Menschen tiefer begründet sei als nur durch seine Arbeit. Sie liege im Blick Gottes auf den Menschen und dieser spiegle sich wider in dem Blick des Künstlers, der den Menschen bei seiner Arbeit mit Respekt und Anerkennung begegne.

Es sei etwas Besonderes, eine Ausstellung mit einem Gottesdienst zu eröffnen, sagte Pastor Christoph Jebens. Hier käme zum Ausdruck, dass die Emder Martin-Luther-Kirche Kulturkirche sei. Die Kooperation mit dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden, seit 2009 in den jährlichen Passionsandachten habe eine herausragende Bedeutung dafür gehabt, eine der vier Kulturkirchen zu werden, die von der Landeskirche Hannovers und der Hanns-Lilje-Stiftung vier Jahre lang bis zum Jahr 2017 gefördert werden. Ein erster Höhepunkt innerhalb dieser vier Jahre sei nun dieses große Ausstellungsprojekt mit dem Begleitprogramm.

Bilder, Texte und Musik brachten das Gottesdienstthema „Was ist der Mensch?“ auf vielfältige Weise nahe. Winfried Dahlke, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-reformierten Kirche und Orgelrevisor des Evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems, begleitete den Gottesdienst an der Orgel. Mit seiner Improvisation zu Psalm 8 vertiefte er die Predigt musikalisch souverän mit großer Virtuosität und führte die Klangfülle der Beckerath-Orgel vor.

Im Gottesdienst begrüßte Landessuperintendent Dr. Klahr acht junge Inder aus der Gossner Kirche, die für drei Wochen im Rahmen der Indien-Partnerschaft der Berufsbildenden Schulen I und II zu Gast in Emden sind. Sie kommen von der Berufsbildenden Schule in Fudi und vom Martha-Kindergarten in Ranchi. Beide Einrichtungen hatte Klahr 2012 in Indien besucht. Begleitet wird die Gruppe von Berufsschulpastor Michael Schaper.

In seinem Grußwort nach dem Gottesdienst stellte Oberbürgermeister Bernd Bornemann heraus, dass die Motive der Bilder mit Küstenschutz und Schifffahrt seit Jahrhunderten in der Entwicklung der Stadt Emden zu finden seien. Der Lebensnerv der Stadt sei der Hafen, in dem jährlich 6,3 Millionen Tonnen Güter verladen würden.

Mitte des 16. Jahrhunderts war Emden eine der größten Seehafenstädte Europas. Der Oberbürgermeister freute sich, dass Emden seit 2014 als erste Stadt den Titel „Reformationsstadt Europas“ tragen dürfe. Grundlage dafür sei es, dass die Emder Projektbeteiligten von 2013 bis 2022 eine Reihe von Projekten entwickeln, um an die Bedeutung der Reformationszeit zu erinnern. In diesem Rahmen habe die Stadt Emden diese Ausstellung gefördert.

Museumleiter Dr. Wolfgang Jahn sagte, die Eröffnung der zweigeteilten Ausstellung sei ein Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Museum, Sprengel und Kulturkirche. Dies sei ein Fundament für die Auszeichnung Emdens als „Reformationsstadt Europas“. Dazu gehöre auch der ökumenisch geprägte Gedanke, der Emden auszeichne, und Jahn verwies auf die gemeinsame Kunstaktion des Landesmuseums mit den lutherischen und reformierten Kirchengemeinden Emdens, bei der Kinder und Jugendliche mit den Bildern von Herman Buß durch eigene Bilder in einen Dialog treten. Die Ergebnisse werden am Reformationstag, dem 31. Oktober 2015, in der Kulturkirche Martin-Luther zu sehen sein.

Die Kuratorin der Ausstellung und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ostfriesischen Landesmuseum Emden, Dr. Annette Kanzenbach, führte in das Werk des Künstlers ein. Eine Hauptfunktion von guten Kunstwerken sei es, mit dem Betrachter in einen – möglichst andauernden - Dialog zu treten. Bei den Bildern von Hermann Buß geschehe dies, weil sie Möglichkeiten zur Interpretation und zum Erkenntnisgewinn bereit hielten. Ein Bild von Buß rege die Betrachter zu intensiven Gesprächen an. Seine Bilder faszinierten durch einen Detailrealismus, der mit einer symbolischen und metaphorischen Bildersprache über das Sichtbare hinaus verweise.

Die 35 Arbeiten in der Kulturkirche Martin-Luther und die 51 Bilder im Ostfriesischen Landesmuseum geben in Ostfriesland erstmals einen Überblick über das Werk von Hermann Buß in den letzten 25 Jahren. „Dem Künstler gelinge es, Facetten aus Disziplin und Einsamkeit, aus hochmoderner Technik und unendlicher Weite der See sichtbar zu machen - und gleichzeitig zeitlose Gemälde zu schaffen, die in ihrer künstlerischen Gestaltung auch ganz für sich bestehen können“, sagte die Kuratorin. Kanzenbach lud im Namen des Landesmuseums zu einer Exkursion im Oktober zum Altarbild von Hermann Buß nach Ardorf ein.

Zum Abschluss brachte der Künstler seine Freude über die große Anzahl der Besucher zum Ausdruck und dankte für die gute Zusammenarbeit mit allen, die die Ausstellung vorbereitet hatten. Für ihn sei es bewegend, gerade in Emden sein Werk zeigen zu können. In Neermoor-Kolonie aufgewachsen habe er sehr früh eine Beziehung nach Emden gehabt. Er sei schon seit seiner Kindheit mit seinem Vater von Emden aus zur See gefahren und habe die Entwicklung des Hafens und die dramatischen Veränderungen in der Schifffahrt in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet. „In diesem Hafen in Emden liegt meine tiefe Verbundenheit zur Seefahrt. Hier ist der Geburtsort meiner künstlerischen Arbeit“, so Buß. Das Begleitprogramm zur Ausstellung liege ihm sehr am Herzen. Es legt einen Schwerpunkt auf die neueren Bilder zum Thema „Seefahrt heute“.

Am kommenden Freitag, den 18. September 2015, findet ein Dokumentartheater mit anschließendem Podiumsgespräch zum Thema „Arbeitswelt in der Seefahrt heute“ um 19.30 Uhr in der Kulturkirche Martin-Luther in Emden statt, an dem auch der Künstler teilnimmt. Auch sei Buß dankbar für den Begleitband zur Ausstellung, in dem 123 Abbildungen zu sehen seien und zehn Beiträge unterschiedliche Zugänge zu seinen Bildern beschreiben.

An den Gottesdienst und die Grußworte schloss sich ein Empfang im Landesmuseum, Rathaus am Delft, an, bei dem noch bis 21 Uhr viele Besucher die Gelegenheit nutzten, die Bilder von Hermann Buß zu sehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Begleitband zur Ausstellung ist mit 152 Seiten und 123 Abbildungen beim Deutschen Kunstverlag, München/Berlin, zum Preis von 19,90 Euro erschienen.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum Emden, Rathaus am Delft in der Brückstr. 1, sind dienstags bis sonntags und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr und in der Kulturkirche Martin-Luther Emden, Bollwerkstr. 9, dienstags bis freitags 15:00 bis 17:00 Uhr, samstags 11:00 bis 13:00 Uhr und sonntags von 12:00 bis 13 Uhr. Gruppen können sich im Landesmuseum zu Führungen anmelden.

Ausstellungsprogramm (PDF)

(September 2015)

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