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Veranstaltungsarchiv 2015

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Entwidmung Lutherhaus in Twist-Rühlerfeld
Regionalbischof Dr. Detlef Klahr (links) begleitete Pfarrer Thorsten Jacobs von Twist und Dalum und die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der Nazarethkirchengemeinde Twist beim Heraustragen der Altargeräte und Devotionalien aus dem Lutherhaus - ebenso Küsterin Doris Lemper (2.v.l.), Klaus Lemper (8.v.l.) und die beiden Lektorinnen Marianne Bublitz (5.v.l.) und Edeltraut Prange (6.v.l.).(Foto: Mathis Jacobs)

Beim Abschied flossen Tränen
Regionalbischof Klahr entwidmet Lutherhaus in Twist-Rühlerfeld
Erste Entwidmung im Sprengel Ostfriesland-Ems


Am 28. Juni 2015 fand der letzte Gottesdienst im Lutherhaus in Twist-Rühlerfeld statt. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr nahm die erste Entwidmung im Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems vor.

"Es war ein sehr bewegender und berührender Moment, als Regionalbischof Klahr die liturgischen Geräte unter Gebet verteilt und dann die Entwidmung vorgenommen hat. So manche Träne ist geflossen und man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Zeitgleich erklang die 18.00 Uhr - Glocke der in direkter Nachbarschaft liegenden katholischen Kirche", so beschrieb Ortspastor Thorsten Jacobs den Moment der Entwidmung.

In seiner Predigt ging der Regionalbischof auf den gesellschaftlichen Wandel ein. Als 1973 das Wohngebäude an der Alten Rathausstraße in ein Gemeindehaus mit Gottesdienstraum umgewandelt wurde, konnten viele Gemeindeglieder die nächste Kirche nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen, weil zu der Zeit noch nicht so viele ein Auto besaßen wie heute.

"Heute ist die Mobilität größer", sagte Klahr und wies darauf hin, dass auch an die gedacht sei, die nicht mehr Auto fahren können. Für sie werde ein Fahrdienst eingerichtet. Der Gottesdienstraum im Lutherhaus sei ein "Wohnzimmer für den Glauben" gewesen, so der Regionalbischof. "Die Gemeinde hat hier gebetet und gesungen, Freude und Schmerz miteinander geteilt. Räume geben Heimat auf Zeit, aber sie können auch einengen", gab Klahr zu bedenken.

Der Abschied vom Lutherhaus könne auch ein Impuls für die Ökumene sein. Die benachbarte katholische Kirchengemeinde habe ihre Bereitschaft erklärt, ihr Gemeindehaus für Gruppenaktivitäten und auch die katholische Kirche in Rühlerfeld für Gottesdienste und Trauerfeiern bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. "Die Gemeinde stirbt nicht, sie verändert sich!", sagte der Regionalbischof und sieht darin einen Aufbruch zu einem neuen Miteinander in der Nazareth-Kirchengemeinde, so wie es in dem Kirchenlied dann gesungen wurde: "Vertraut den neuen Wegen!"

In dem Gottesdienst wurde Doris Lemper aus ihrem Dienst verabschiedet. Seit 1999 war sie als Raum- und Gartenpflegerin und seit 2012 als Küsterin für das Lutherhaus tätig. Auch ihrem Mann, Klaus Lemper, dankte Pastor Jacobs für seine tatkräftige Unterstützung.

Am Ende des Gottesdienstes wurden alle liturgischen Geräte von Pastor Thorsten Jacobs, dem Kirchenvorstand und kirchlichen Mitarbeitern aus dem Lutherhaus getragen, um sie dann zur Nazarethkirche zu bringen.

Die lutherische Nazareth-Kirchengemeinde Twist musste sich von ihrer "Predigtaußenstelle" trennen und hat das Lutherhaus verkauft, nachdem sie es finanziell nicht mehr tragen konnte. 1973 hatte die Kirchengemeinde das Wohnhaus zu einem Gemeindehaus umgebaut und es für Gruppenstunden und Gottesdienste genutzt. Im Obergeschoss befand sich eine Mietwohnung. In dem Haus werden nun zwei Wohnungen entstehen.

(Juni 2015)

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