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Veranstaltungsarchiv 2015

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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (rechts), Agnes Waehneldt und Uwe Appold
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (rechts) gestaltete gemeinsam mit Agnes Waehneldt an der Harfe und dem Künstler Uwe Appold einen Abend zum Bilderzyklus "Linie-Schatten-Farbe", zehn Bilder Appolds zu Texten von Dag Hammarskjöld. Im Hintergrund sind die ersten drei Bilder aus dem 36-teiligen Zyklus zum Hohenlied Salomos zu sehen. (Foto: Hannegreth Grundmann)

"In dem Einen bist Du niemals einsam"
Dr. Klahr und Uwe Appold gestalten Abend zu Dag Hammarskjöld


Ein Abend mit Kunst, Mystik und Musik fand im Rahmen der sprengelweiten Ausstellung zum Thema "Liebe in der Bibel" in der Martin-Luther-Kulturkirche in Emden statt. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und der Künstler Uwe Appold aus Flensburg sprachen über den ehemaligen UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld (1953-1961) und über den Bilderzyklus Appolds "Linie-Schatten-Farbe", zehn Bilder zu Texten von Hammarskjöld.

Dag Hammarskjöld und die Mystik
"Dag Hammarskjöld war ein tiefgläubiger Mann. Er wollte in seinen politischen Aufgaben Gott dienen. Seine Kraft für die Aufgaben bei den Vereinten Nationen nahm er aus dem Gebet", sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems.

Aussagen bekannter Mystiker seien bei dem schwedischen Politiker zu finden. "Gott allein sei Dein großer Gedanke Deines Lebens" schreibe Thomas von Kempen, ein Mystiker des Mittelalters (1379-1471). Dessen Buch von der "Nachfolge Christi" habe Hammarskjöld gelesen.

Sein politisches Handeln gründete in einer intensiven Beschäftigung mit Gott, dem Glauben und einem selbstkritischen Blick auf das eigene Leben und Tun. Sein mutiger Einsatz für den Frieden in der Welt wurzelte in seinem Gottesglauben.

Die Blauhelmsoldaten seien auch heute noch ein sichtbares Zeichen von Hammarskjölds Engagement. Diese habe er 1956 im Konflikt am Suezkanal innerhalb von 48 Stunden etabliert und so einen Weltkrieg verhindert.

"Solche Männer und Frauen, die die Welt gegen den Strich bürsten, brauchen wir. Wir haben sie in den Menschen, die meinen, sie hätten die Verantwortung für die Welt nicht aus sich, sondern aus Gott", sagte Klahr.

Mystiker suchten die Einheit mit Gott und verstünden den Glauben als Gottes Vereinigung mit der Seele, wie es auch der Titel dieses Abends zum Ausdruck bringe: "In dem Einen bist Du niemals einsam." Auch das göttliche Prinzip der Liebe sei zentral im mystischen Denken.

"Ich bin froh, auch diese zehn Bilder hier in Emden auszustellen, zeigen sie auf ihre Art und Weise eine andere Facette der Liebe, die über die Naturschilderung im Hohenlied Salomos in die Mystik eingegangen ist", sagte der Künstler Uwe Appold.

In der Martin-Luther-Kulturkirche Emden sind außerdem die ersten sechs Bilder aus dem 36-teiligen Zyklus zum Hohenlied der Liebe Salomos zu sehen, der noch bis zum 10. Juni in sieben Kirchen des Sprengels gezeigt wird: In Aurich, Emden, Esens, Leer, Lingen, Norden und Westrhauderfehn.

Hammarskjöld als Vorbild für den Künstler
Warum Appold 2008/2009 den zehnteiligen Zyklus "Linie-Schatten-Farbe" zu Texten von Dag Hammarskjöld gestaltet habe, fragte Klahr den Künstler.

Das habe mit seiner Jugend zu tun, sagte der 1942 in Wilhelmshaven Geborene. "Uns fehlten die Vorbilder!", sagte Appold. "Uns wurde immer gesagt, die Besten seien im Krieg gefallen.

Dag Hammarskjöld war für mich ein Vorbild. Durch ihn lernte ich, die eigenen Wunden anzusehen und auch, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Seine Texte habe ich in der Jugendzeit gelesen", so Appold.

2008 sei er dann nach Schweden gereist, um zu sehen, wo Hammarskjöld gelebt hat. Als Lebensspuren habe der Künstler Materialien und Erde der schwedischen Orte in die Bilder eingearbeitet. Jedes Bild habe eine Bewandtnis, die Appold aus den Tagebuch-Texten des UNO-Generalsekretärs abgeleitet habe, so auch in dem Bild "Salzbespritzte Sekunden der Ruhe" mit Erde von Ales Stena, zu dem Appold Erläuterungen gab.

Die großformatigen Bilder haben eine Größe von 168 x 164 cm. Der Künstler verwendete Acrylfarbe, Tauwerk und Erde aus Schweden.

2011 wurde dieser Bilder-Zyklus zum 50. Todestag von Dag Hammarskjöld im Gebäude der Vereinten Nationen in Genf einem internationalen Publikum präsentiert.

Die Bilderausstellung in Emden
Der Abend für Dag Hammarskjöld in Emden wurde durch das Event-Team der Hochschule Emden/Leer um Stefan Geschwentner in ein besonderes Licht getaucht, indem eine Lichtinstallation den einzelnen Teilen des Abends eine dazu passende Atmosphäre gab.

Agnes Waehneldt aus Ihlow verstand es, mit den zarten Klängen ihrer Harfe die Zuhörer ein Stück weit mit zu nehmen auf den Weg nach Innen, auf den Weg in die Stille, der für die Mystiker und mit ihnen auch für Dag Hammarskjöld steht.

Der Bildhauer und Maler Uwe Appold setzt sich in umfangreichen Bilderzyklen mit den existenziellen Erfahrungen des Menschen auseinander. Dabei spannt er den Bogen von der Antike bis in die Gegenwart. Über viele Jahre hat er sich malerisch an das große Geschenk Gottes an den Menschen - die Liebesfähigkeit - angenähert. Dazu entstand 2012 der 36-teilige Bilderzyklus zum Hohenlied der Liebe Salomos.

In der Martin-Luther-Kulturkirche Emden, Bollwerkstraße 9, sind seine Bilder noch bis zum 10. Juni 2015 dienstags bis freitags von 15 Uhr bis 17 Uhr, samstags von 11 Uhr bis 13 Uhr und am Sonntag nach dem Gottesdienst um 11 Uhr zu sehen.

(Mai 2015)

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