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Veranstaltungsarchiv 2014

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Dr. Klahr predigte zum reformationstag 2014 in der Martin-Luther-Kirche in Emden, Landesposaunenwart Hayo Bunger begleitete ihn mit einer Bläsergruppe
Ein sechsköpfiges Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Hayo Bunger (vorne links) begleitete den Festgottesdienst zum Reformationstag, den Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (vorne rechts) in der Martin-Luther-Kirche in Emden hielt. (Foto: Hannegreth Grundmann)

"Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen"
Landessuperintendent Dr. Klahr predigte am Reformationstag in Emden


Der Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems, Dr. Detlef Klahr, erinnerte in seiner Predigt am Reformationstag in der Martin-Luther-Kirche in Emden an den Mauerfall vor 25 Jahren: "Freude, Euphorie und tief empfundene Dankbarkeit standen im Vordergrund, als auf friedlichem Wege und ohne Waffen, allein durch Gebete und Kerzen, die Mauer durchlässig wurde."

In Anlehnung an ein neueres Kirchenlied sagte der Regionalbischof, dennoch gebe es auch heute Mauern in den Köpfen der Menschen. "Diese Mauern nehme ich wahr, wenn ich von den Konflikten höre, die derzeit die Welt beschäftigen. Wer hätte für möglich gehalten, dass zwischen Ost und West wieder Zeiten der Kälte anbrechen, wie sie sich jetzt im Ukraine-Konflikt entwickeln."

Geschürt durch den Konflikt zwischen Israel und Palästina würden im Aufflackern eines neuen Antisemitismus Mauern sichtbar. Und auch in der militanten Gegnerschaft, die sich in unserer Gesellschaft gegen den Islam richtet, dessen wirkliches Gesicht von den Terroristen des Islamischen Staates bis zur Unkenntlichkeit entstellt würde. "Mauern werden sichtbar überall da, wo wir auf die Millionen von Menschen blicken, die in so vielen Teilen der Welt vor Krieg, Gewalt, Terror, Krankheit und Armut flüchten."

Martin Luther habe im reformatorischen Glauben deutlich gemacht, dass Mauern im persönlichen wie im gesellschaftlichen Bereich im Vertrauen auf Gott überwunden werden können. Mehrfach habe Luther in seinem Leben gezeigt, dass er aus der Glaubensnähe zu Christus bereit und in der Lage war, Mauern zu überwinden.

"Der Reformationstag erinnert daran, dass wir an einen Gott glauben, der sich nicht in Mauern einsperren lässt, sondern mit seiner Kraft und Liebe Mauern zum Einstürzen bringen kann", sagte Klahr. Und: "Im Glauben an Christus werden Menschen frei, ihrerseits daran mitzuwirken, dass auch heute Mauern überwunden werden, etwa wenn es darum geht, Mauern, die den Glauben hindern, einzureißen, Vorurteile gegenüber anderen Menschen abzubauen und Fremde willkommen zu heißen."

Zum Ende der Predigt sagte der Landessuperintendent: "Ich bin dankbar, in einer Kirche mitzuarbeiten, in der es viele Menschen gab und gibt, die bereit sind, daran mitzuwirken, dass lebensfeindliche Mauern überwunden werden."

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst zum Reformationstag durch eine sechsköpfige Bläsergruppe unter Leitung von Landesposaunenwart Hayo Bunger und Stephanie Hegewald an der Orgel.

Die Predigt fand statt im Rahmen einer Predigtreihe der Landessuperintendenten der Landeskirche Hannovers zum Jahresthema 2014 "Reformation und Politik" der von der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerufenen Reformationsdekade. Die Reformationsdekade bereitet das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 vor.

(Oktober 2014)

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