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Veranstaltungsarchiv 2014

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Bischof Kondo aus dem Sudan besucht Dr. Klahr
Der Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostriesland-Ems, Dr. Detlef Klahr (2.v.l.), begrüßte den designierten Erzbischof der Anglikanischen Kirche im Sudan, Bischof Ezekiel Kondo (links), und Dean Hassan ElFeil, den Superintendenten von Khartoum, in der Landessuperintendentur in Emden. Begleitet wird die Delegation von Pastorin Susanne Schneider, Beauftragte im Kirchenkreis Aurich für die Partnerschaftsarbeit, und von Dieter Emler, Vorsitzender des Kirchenkreistages Aurich.(Foto: Hannegreth Grundmann)

Bischof aus dem Sudan besucht Ostfriesland
Gespräch mit Landessuperintendent Dr. Klahr


An seinem ersten Tag in Ostfriesland traf sich Bischof Ezekiel Kondo mit dem Bürgermeister der Stadt Aurich, Heinz-Werner Windhorst, zum Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Hier stand die politische Situation im Sudan im Vordergrund des Treffens. Bei dem Gespräch mit dem Regionalbischof des Evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems, Dr. Detlef Klahr, in der Landessuperintendentur in Emden tauschten sich die Geistlichen am Nachmittag über die Situation der Christen und über Fragen der kirchlichen Organisation in Deutschland und im Sudan aus.

Neben der besorgniserregenden Feststellung, dass Christen die am meisten verfolgte religiöse Gemeinschaft weltweit sind, sorgen sich die beiden Geistlichen um den theologischen Nachwuchs. Die Frage, "Wie können wir junge Menschen für den Beruf der Pastorin oder des Pastors gewinnen?", beschäftige beide Kirchen gleichermaßen.

Bischof Ezekiel Kondo zeigte sich sehr dankbar für die Unterstützung durch den Kirchenkreis Aurich, der die Ausbildung einer jungen Sudanesin zur Pastorin fördert. Seit 2005 unterhält der Kirchenkreis eine Partnerschaft zur All Saints Cathedral (Allerheiligen-Gemeinde) in Khartoum, Hauptstadt der Republik Sudan.

Auf Einladung des Kirchenkreises ist Bischof Ezekiel Kondo gemeinsam mit Dean Hassan ElFeil, dem Superintendenten von Khartoum, vom 2. bis 16. Juni in die Landeskirche Hannovers gekommen, davon die letzten zehn Tage nach Ostfriesland.

Im Mai ist Ezekiel Kondo zum Erzbischof der "Episcopal Church of the Sudan" (Nordsudan) gewählt worden, Mitglied in der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft. Die Anglikanische Gemeinschaft hat sich aus der englischen Reformation entwickelt. Ihre theologische Tradition verbindet katholische und evangelische Glaubenselemente miteinander. Mit Lutheranern pflegen die Anglikaner Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft. Auch die Ordination von Frauen zu Pastorinnen haben sie mit der lutherischen Kirche gemeinsam.

Am 20. Juli dieses Jahres wird Bischof Kondo in Khartoum offiziell in sein Amt als Erzbischof eingeführt. Auf die Frage, ob Landessuperintendent Dr. Klahr zum Einführungsgottesdienst nach Khartoum kommen könne, sagte Klahr, er könne leider nicht dabei sein, weil er genau an dem Tag zum Fest der ökumenischen Partnerschaften ins Kloster Frenswegen eingeladen habe.

"Ich kann nicht persönlich kommen, aber wir werden für Sie an dem Tag beten", so Klahr. Er freut sich, dass es im Sprengel Ostfriesland-Ems über 20 solcher Partnerschaften gibt und lädt diejenigen, die sich in der ökumenischen Partnerschaftsarbeit engagieren zu einem Dankeschönfest ein. Dieser Besuch zeige, wie fruchtbar das gemeinsame Gebet und der Informationsaustausch seien.

Der Sudan zählt zu den ärmsten Regionen Afrikas. Er ist fünfmal so groß wie Deutschland. Im Juli 2011 hat sich das Land in zwei eigenständige Staaten geteilt. Im Norden, der Republik Sudan, leben überwiegend Muslime.

Offiziell erhobene Zahlen zur Religionszugehörigkeit gibt es nicht. Nach Schätzungen sind etwa 70 Prozent der 38 Millionen Einwohner Muslime. Zwischen drei bis sechs Prozenten der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Nach Angaben von Erzbischof Kondo zählt die Anglikanische Kirche im Nordsudan etwa eine Million Mitglieder.

Trotz dieser Minderheitensituation hat der christliche Glaube dort eine lange Tradition. Laut Neuem Testament stammt der erste Täufling Afrikas aus dem Land Kusch (Apostelgeschichte 8,26-40). "Kusch" ist der ägyptische Name für den heutigen Nordsudan, aus dem auch mehrere Pharaonen stammen.

(Juni 2014)

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