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Veranstaltungsarchiv 2014

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Dr. Klahr im Rummel des Alten Rathauses in Emden
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sprach in der ersten Passionsandacht in diesem Jahr im "Rummel" des Alten Rathauses in Emden über die zehn Gebote. Die Glasgemälde "Mose und Justitia" von Jan Janssen aus dem Jahr 1576 wurden dazu betrachtet. (Foto: Hannegreth Grundmann)

"Sehnsucht nach Gerechtigkeit"
Auftakt der Passionsandachten im Ostfriesischen Landesmuseum Emden


Zum Auftakt der diesjährigen Passionsandachten sprachen Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Professor em. Dr. Karl Arndt zum Thema "Gesetzes Gerechtigkeit" in dem vollbesetzten "Rummel" des Alten Rathauses in Emden.

Die Passionsandachten begleiten mittwochs um 18.15 Uhr die sieben Wochen bis zum Osterfest. In diesem Jahr widmen sich die Andachten unter dem Thema "Spuren der Gerechtigkeit" Gemälden und Glasfenstern aus dem Landesmuseum.

Zum Aschermittwoch, dem Beginn der Passionszeit, gehöre wahrzunehmen, dass man die von Gott gegebenen Gebote nicht halten könne und sich jeder vor Gott verantworten müsse, sagte Landessuperintendent Dr. Klahr. Die Bibelgeschichte, die beschreibt, wie Mose die zehn Gebote erhielt, und ihr aktueller Bezug für das Leben heute waren Inhalt seiner Predigt.

Nachdem das Volk Israel seine Knechtschaft in Ägypten verlassen hatte, erhielt es die Gebote am Beginn der Freiheit auf dem Weg in das gelobte Land. Nur in Bindung an diesen Gott könne der Mensch sich seine Freiheit bewahren, so Klahr. Die zehn Gebote seien als elementares Gesetz Grundlage für das Leben, eine Regel und Richtschnur.

"Ich hasse Ungerechtigkeit", dieser Satz und der Wunsch, es möge in der Welt gerecht zugehen, begleite ihn seit seiner Kindheit. "Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit ist jedem Mensch eigen", sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems. Christus habe gezeigt, wie sich die Beziehung zu Gott gerecht gestalte. Er habe alle Ungerechtigkeit des Menschen auf sich genommen. Das gelte es, in der Passionszeit zu bedenken.

Der Kunsthistoriker Dr. Karl Arndt stellte die Glasgemälde "Mose und Justitia" vor. Diese hatte der Künstler Jan Janssen zur Gestaltung des 1576 errichteten Rathauses in Emden geschaffen, und sie gehören ebenso wie vier großformatige Leinwandgemälde aus dem alten Rathaus zur Tradition der "Gerechtigkeitsbilder".

Arndt bezeichnete sie als Schätze von allergrößtem Wert für die Kunst- und Kulturgeschichte Ostfrieslands und weit darüber hinaus. Sie zeugen vom Selbstverständnis der damaligen Emder Ratsmitglieder, die diese für das neu errichtete Rathaus gestiftet hatten. Sie rückten sich damit vor Augen, was erforderlich dafür sei, wenn man als Richter gerecht handelt.

Dr. Annette Kanzenbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landesmuseum, freute sich, dass die Passionsandachten nun im sechsten Jahr als Kooperationsprojekt der lutherischen Kirchengemeinden Emdens, des Sprengels Ostfriesland-Ems und des Ostfriesischen Landesmuseums stattfinden können. Ein sichtbares Ergebnis dieser gut besuchten Andachten sei, dass in jedem Jahr ein Gemälde aus dem Coninxloo-Zyklus mit dem Kollektengeld und ergänzenden Mitteln der Professor Ritter-Stiftung restauriert werden konnte.
Die musikalische Gestaltung der Andacht hatte Kirchenkreiskantor Elmar Werner an der Truhenorgel übernommen.

In der nächsten Andacht am kommenden Mittwoch, den 12. März 2014, spricht Richter i.R. Dr. Walter Baumfalk über das Gemälde "Das Urteil des Salomo" von Johann Vorhagen ebenfalls aus dem Jahr 1576, der Erbauungszeit des Emder Rathauses. Der Superintendent des Kirchenkreises Emden-Leer, Burghard Klemenz, predigt über die dazugehörige biblische Geschichte.

(März 2014)

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