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Veranstaltungsarchiv 2012

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Der "Sound des dreieinigen Gottes" auf dem Generalkonvent
Auf dem Generalkonvent des Sprengels Ostfriesland ehrten Landesbischof Ralf Meister (links), Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Bildmitte) und Pastor i.R. Anneus Buisman vom Hannoverschen Pfarrverein (rechts) folgende Ordinationsjubilare (v.l.n.r.): zum 50. Ordinationsjubiläum Reinhard Schmidt, (Aurich, früher: Victorbur), zum 25. Ordinationsjubiläum Wolfgang Weth (Hage), Andreas Simon (Dornum), Bernd Reinecke (Esens), Norbert Masslich (Leer), Hartmut Kutsche (Westrhauderfehn), Ocke Gerdes-Sanders, (Wiesmoor, früher: Engerhafe), Doris Wiemann (Emden). (Foto: Privat)

Walgesänge in der Martin-Luther-Kirche in Emden
Der "Sound des dreieinigen Gottes" auf dem Generalkonvent


öso. Emden. Auf eine Einladung von Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr kamen rund 170 Pastorinnen und Pastoren aus dem Sprengel Ostfriesland zu einem "Tag der Fortbildung und Stärkung für das geistliche Amt" in Emden zusammen. Im Mittelpunkt stand die Kirchenmusik. In der zehnjährigen Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017 steht das Jahr 2012 in der Landeskirche Hannovers unter dem Motto "Gottesklang - das Jahr der Kirchenmusik".

Mit Buckelwalgesängen waren aus den Lautsprechern der Martin-Luther-Kirche ungewohnte Klänge zu hören. Während seines Vortrages veranschaulichte der Direktor des Michaelisklosters Hildesheim, Dr. Jochen Arnold, den "Sound des dreieinigen Gottes" durch Klangbeispiele und gemeinsam gesungene Lieder.

Martin Luther habe darauf hingewiesen, es gebe "ein immer bewegtes Nicht-Nicht-Klingen-Können der durch die Welt strömenden Musik" und Dr. Arnold ergänzte: "Man kann nicht nicht singen!" Das gelte für die Wale und die Menschen.

Innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es 500.000 Sängerinnen und Sänger in Chören und Ensembles. In der Landeskirche Hannovers singen 5000 Kinder in Kinderchören.

Dr. Arnold stellte besondere Funktionen des Singens heraus. Singen habe unter anderem eine therapeutische und seelsorgerliche Funktion, eine soziale und politische Dimension. So finde beispielsweise an musikbetonten Schulen die Ausgrenzung einzelner Schüler zu 50 Prozent weniger statt. Ein erweiterter Musikunterricht fördere die Teamfähigkeit, emotionale Stabilität und Reflexionsfähigkeit.

"Singen ist gesund und tut uns Menschen gut!", stellte Arnold fest. Beim Singen werde das Zusammenspiel von rechter und linker Gehirnhälfte, von Gefühl und Denken gefördert. Außerdem entstünden Glücksgefühle. Auch der klassische Stimmungsaufheller für Depressive und Traumatisierte Serotonin werde nach neueren Untersuchungen in dreifacher Menge ausgeschüttet.

Musik habe für die Kirche eine verkündigende Funktion. "So predigt Gott das Evangelium auch durch die Musik", hatte Luther es einmal ausgedrückt. Und der Kirchenvater Augustin (354-430) brachte die geistliche Dimension des Singens auf den Punkt: "Wer singt, betet doppelt."

Landesbischof Ralf Meister berichtete über Aktuelles aus der Landeskirche. Er führte die Nachwuchsprobleme für den Pfarrberuf vor Augen und durch Strukturveränderungen in der Kirche bedingte Veränderungen im Pfarrberuf. Er riet den Geistlichen: "Achtet auf Leib und Leben!"

Ab dem Sommer beginnen in der Landeskirche die Überlegungen, ob in Zukunft Prädikanten mehr pastorale Aufgaben übernehmen dürfen als bisher. So sei es in der katholischen Kirche schon üblich, dass sie Trauungen und Beerdigungen durchführen.

In seinem Bericht nannte der Landesbischof zwei besondere Kennzeichen des Sprengels Ostfriesland. Hier finde man zentrale Schlüsselfragen zur Zukunft der Energie, nämlich die Offshorethematik. Seit 1987 habe die Evangelische Kirche in Deutschland die Energiewende gefordert und nun müsse sie sie vor Ort auch begleiten.

Als weiteres Kennzeichen nannte er eine weitestgehend intakte Dorfkultur in Ostfriesland. Die geistliche Gemeinschaft, die Kirche stifte, habe auch eine politische Wirkung, indem sie das Gemeinwesen aktiv mitgestalte.

Mit den Worten, "Danke Aurich! Moin Emden!", wies Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr in seinem Bericht auf den Umzug der Landessuperintendentur von Aurich nach Emden zum vergangenen April hin.

Er würdigte das Engagement der Ehrenamtlichen. 1283 Personen hatten sich im März zur Wahl für den Kirchenvorstand gestellt. Im kommenden Jahr werde es einen Kirchenvorstehertag für alle Kirchenvorstände der Landeskirche in Hannover geben. Die aktiven Pastoren im Ruhestand seien wichtig für die Gemeindearbeit und er dankte stellvertretend besonders Pastor i.R. Dieter Albertsmeier (Norden).

Am meisten freute sich Dr. Klahr darüber, dass er nun sagen könne: "Im Sprengel Ostfriesland gibt es keine Vakanz!", jede Pfarrstelle sei besetzt.

Zum Abschluss des Generalkonventes wurde ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert, in dem die Ordinationsjubilare geehrt wurden. Die musikalische Gestaltung hatten Kantor Elmar Werner (Emden) und Fritz Baltruweit (Hildesheim) übernommen.

(Juni 2012)

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