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Veranstaltungsarchiv 2011

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Drittes Gespräch am Taufbecken mit Dr. Klahr in Engerhafe
Zum dritten "Gespräch am Taufstein" traf Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr die fünf Monate alte Lea Dirks, die er auf den Armen trägt, mit ihrer Mutter Ute, ihrer Großmutter Helga Dirks und ihrer Schwester Jana, Pastor Dr. Detlef Dieckmann von Bünau (rechts) und dem Kirchenvorstandsvorsitzenden Gerd Lücken, der sich als Erwachsener taufen ließ, am Taufbecken in der St. Johannes der Täufer-Kirche in Engerhafe.(Foto: Hannegreth Grundmann)

Taufe in der Schublade
Dr. Klahr führte Gespräch am Taufbecken in Engerhafe


Das dritte "Gespräch am Taufstein", diesmal in Engerhafe, brachte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr zum Staunen: "Eine Taufe in der Schublade, das ist in meinem Sprengel einmalig!" Der hölzerne Taufdeckel aus Eiche von 1665 von Hinrich Julfs aus Wittmund hing ursprünglich über dem Bronzetaufbecken an der Decke. Das Bronzetaufbecken aus dem Jahr 1646 gehört zu den Protestantischen Taufbecken in Niedersachsen und stellt die Tauftheologie Martin Luthers dar.

Der Regionalbischof erklärte, die vier Füße zeigen die vier Evangelisten, die in der Bibel von Jesus erzählen. Auf dem Wort Gottes gründe alles, das betonte Luther immer wieder. Die zwölf Apostel auf dem Taufbecken stellen das Zeugnis des Evangeliums dar, von dem die Kirche lebt. Die beiden Abbildungen von der Mutter Maria mit dem Kind und dem Gekreuzigten verweisen auf die Mitte der Heiligen Schrift: Jesus ist als Mensch geboren und habe Vergebung der Sünde und Zuspruch der Liebe Gottes erworben, so Klahr. Es sei schon erstaunlich, dass dieses wunderschöne Taufbecken während der Dreißigjährigen Krieges angefertigt wurde, nachdem 1623 Truppen des Grafen von Mansfeld das Vorgängerwerk geraubt hatten.

Eine aus Weichholz gearbeitete Schublade wurde vermutlich in der Zeit zwischen 1880 und 1910 eingearbeitet, um Taufen aus einer dort hineingesetzten Taufschale vornehmen zu können. So geschah es bei der Taufe der mittlerweile fünf Monate alten Lea Dirks im August.Dr. Klahr traf sich mit ihr und ihrer Mutter Ute Dirks zum Gespräch am Taufstein und sagte: "Mir ist es wichtig, dieses Ritual der Taufe weiterzugeben und dass Lea nun in die christliche Gemeinschaft aufgenommen ist. Ich möchte gerne, dass sie wie ihre dreijährige Schwester Jana früh an den Glauben herangeführt wird."

Der Regionalbischof erzählte, dass Martin Luther die Kindertaufe besonders betonte. Das Geschenk von Gottes Zusage und Begleitung komme darin zum Ausdruck. In Ostfriesland würden mehr als 90 Prozent der geborenen Kinder getauft.

Als der Kirchenvorstandsvorsitzende Gerd Lücken vor neunzehn Jahren im Alter von 38 Jahren im Rahmen eines Glaubenskurses in Engerhafe getauft wurde, hing der Taufdeckel an der Decke und die Schale befand sich in einem Einsatz im Taufbecken. "Die Bibelgeschichte vom Kämmerer aus dem Morgenland hat mich erkennen lassen, dass es ganz einfach ist, sich taufen zu lassen", sagte Lücken und ergänzte, dort stehe: "Was hindert uns, dass wir uns taufen lassen?"

Die Kirchengemeinde Engerhafe beging das Jahr der Taufe mit besonderen Aktionen. Während im letzten Jahr die Taufe von sechs Kindern gefeiert wurde, werden es bis zum 31. Oktober in diesem Jahr 19 Taufen sein. "Die Gemeinde wächst und wir freuen uns sehr", sagte Pastor Dr. Detlef Dieckmann von Bünau. Passend zum Namenspatron der Kirche, Johannes der Täufer, wurde am Sonntag nach dem Johannistag ein Tauf-Fest-Gottesdienst gefeiert. Alle evangelischen Eltern mit noch nicht getauften Kindern wurden angeschrieben und im Gemeindebrief erschienen Sonderseiten zur Taufe.

In Vorbereitung auf das 500 jährige Reformationsjubiläum 2017 begeht die Landeskirche Hannovers das Jahr 2011 als "Jahr der Taufe". Das ist Anlass für Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, in diesem Jahr vier Gespräche an unterschiedlichen Taufsteinen im Sprengel Ostfriesland zu führen. Nach Bagband und Holtland fand nun das dritte Gespräch in der Evangelisch-lutherischen St. Johannes der Täufer-Kirche in Engerhafe statt. Das vierte Gespräch wird Dr. Klahr in der Martin-Luther-Kirche in Emden führen.

(Oktober 2011)

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