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Veranstaltungsarchiv 2011

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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr auf dem KKT in Meppen
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Superintendent Dr. Bernd Brauer. Foto: H. Grundmann

Keine Gemeinde kann sich selbst genügen - Vortrag von Dr. Klahr zur Zukunft der Kirche beim Kirchenkreistag in Meppen

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr hielt auf dem Kirchenkreistag in Meppen anlässlich seiner Visitation einen Vortrag zum Thema "500 Jahre Reformation als Herausforderung an kirchliches Handeln für den Kirchenkreis".

Die Reformation der Kirche habe ihren Anfang mit den 95 Thesen Martin Luthers genommen und sei über ganz Deutschland, Europa und der Welt verbreitet. Es gälte auch 500 Jahre nach der Reformation die Grundsätze Luthers in der lutherischen Kirche zu beherzigen, so Klahr.

"Luther stellte Christus in das Zentrum allen Handelns und Redens in der Kirche. An diesem Grundsatz ist nicht zu wackeln." Der Dienst der Kirche sei ein Dienst am Evangelium von Jesus Christus. Wo das nicht so sei, wird sie nicht nur ihre Bedeutung, sondern auch ihre Berechtigung verlieren.

Die Kirche habe sich immer wieder neu auf diese Mitte hin auszurichten und zwar durch die Heilige Schrift. In diesem Sinne sei Kirche stets neu zu reformieren.

"Wer immer nur will, dass bei der Kirche alles so bleibt wie es ist, hat diesen Grundsatz der Reformation nicht verstanden", sagte der Regionalbischof. Zwar sei es bekannt, dass sowohl die Mitgliedzahlen als auch die Finanzen in den nächsten zwanzig Jahren zurückgehen werden, aber es sei in jeder Zeit zu fragen, wie wir mit unseren vorhandenen Möglichkeiten Christus dienen können und wie am besten Menschen von der guten Botschaft der Liebe Gottes erreicht werden.

"Das sieht heute wahrlich anders aus als zur Zeit Martin Luthers", so Klahr. Auch wenn künftig nicht jede Gemeinde einen Pastor haben werde, bedeute das nicht den Stillstand der Kirche. Luther habe vielmehr darauf vertraut, dass der Glaube und die Kirche ein Werk des Heiligen Geistes seien. "Alle Getauften haben Teil an dem Auftrag dieser Kirche und jeder Christ ist aufgerufen, seinen Glauben in dieser Welt zu bezeugen," stellte der Landessuperintendent fest. Daher sei es an der Zeit, mit dem Priestertum aller Getauften ernst zu machen und die Strukturen zu fördern, die das am besten ermöglichen.

Klahr betonte, dass eine regionale Zusammenarbeit und Schwerpunktbildung Kräfte bündelt. Die Vereinzelung und Vereinsamung im Pfarramt und bei den Ehrenamtlichen tut uns nicht gut. Zusammenarbeit von Gemeinden fördert vorhandene Gaben so, dass möglichst viele daran teilhaben. "Keine Gemeinde kann sich selbst genügen, das entspricht nicht dem Auftrag des Evangeliums. Vielmehr haben alle Menschen in einer Region ein Recht darauf, Gottes Wort zu hören und Gemeinschaft im Glauben zu erfahren", so Klahr.

Der Landessuperintendent ermutigte mit Blick auf die Anfänge der Reformation dazu, in die Öffentlichkeit einer Gesellschaft hineinzuwirken und sich auf keinen Fall zurückzuziehen.

Luther habe wie kein anderer vor ihm verstanden, durch den Buchdruck in die Öffentlichkeit hinein zu wirken, und zwar in Wort und Bild. "Das Evangelium von Christus ist nicht in den privaten Bereich zu verbannen, sondern will in die Welt wirken." Darum sei es gut, die Medien unserer Zeit zur Verkündigung und Darstellung des Glaubens zu nutzen und zwar so professionell wie möglich. Klahr befürwortete daher auch die Einrichtung einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit auf Kirchenkreisebene. "Ich wünschte, dass alle Kirchenkreise eine solche Stelle hätten, denn die gute Nachricht hat das verdient."

Im Blick auf die Lutherdekade bis 2017 betonte Klahr, dass die Themen der EKD Synode eine große inhaltliche Schwerpunktsetzung seien. Im nächsten Jahr helfe das Thema "Musik" dabei, sich des großen Schatzes der Kirchenmusik zu erinnern.

"Luther wollte das Evangelium singen und sagen und wusste um die besondere Kraft der Musik für den Glauben." Von Anfang an, sei daher die reformatorische Kirche auch eine Singbewegung gewesen und habe den Choral als Glaubenslied und die große Kirchenmusik eines Johann Sebastian Bachs und anderer hervorgerufen.

"Evangelischer Glaube ist singender Glaube", davon ist Klahr fest überzeugt. Klahr rief denn auch die Mitglieder des Kirchenkreistages dazu auf, in den Gemeinden die Lutherdekade selbstbewusst und fröhlich zu gestalten und zwar in ökumenischer Weite.

Das Reformationsjubiläum könne er sich nur als ökumenisches Fest vorstellen. Es gehe nicht darum sich von anderen Glaubensformen abzusetzen, sondern darum, seinen Glauben an Christus mit anderen zu teilen. Klahr warb dafür, den Reformationstag als besonderen Tag fröhlich zu feiern. "Die Rechtfertigung allein aus Gnaden, haben wir und alle anderen immer wieder neu zu begreifen." Alle kirchliche Arbeit unterliege immer wieder der Gefahr zu vergessen, dass die Gnade und Erlösung allem vorausgehe, auch den eigenen Wünschen und Plänen für Zukunft und Gestalt von Kirche, so Klahr. (September 2011)

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